Hufpflege

Es ist viel zuwenig bekannt, dass es sich bei den Hufen um hochspezialisierte Organe mit mehreren für die Gesundheit des Gesamtorganismus notwendigen Funktionen handelt.

Da es sich beim Huftier um ein Lauftier handelt, bedeuten ihm seine Füsse soviel wie die Ohren für Fledermäuse oder die Augen für Vögel, die im Fluge Beute erjagen. Fledermäuse können ohne Ohren nicht überleben, wohl aber mit dem Verlust von Zehen oder Augen. Vögel, die Insekten jagen, müssen nicht gut hören können, aber ohne ihre Augen müssten sie des Hungers sterben. Pferde können ein Auge oder das Gehör verlieren, ohne dass Nahrungsaufnahme und Lebensgewohnheiten davon merklich beeinträchtigt werden. Erkrankt jedoch eine der hochspezialisierten Zehen (der Huf), so kann das Pferd der ständig wandernden Herde nicht mehr folgen und ist damit ein schutzloses Einzeltier, dass seinen natürlichen Feinden ausgeliefert ist. Es kann auch die Wasserstelle oder neue Weidgründe nicht mehr erreichen und verhungert oder verdurstet.

In menschlicher Obhut bestehen zwar Überlebensmöglichkeiten, weil meist Heilversuche unternommen werden. In der Praxis ist es aber so, dass die Behandlungen oft nur kurzzeitigen Erfolg haben und am Ende das hufkranke Pferd getötet wird, weil es mit kranken Füssen dem Menschen keinen Nutzen bringt! Dagegen gibt es gehörlose Pferde, mit denen die Besitzer keine Probleme bei der Nutzung als Reit-oder Wagenpferde haben. Einäugige Pferde sind sogar als Turnier- oder Jagdpferde zu gebrauchen. Der Nutzen des Pferdes für den Menschen steht und fällt also mit der Hufgesundheit.

Seit altersher hat das Pferd grösste Bedeutung für uns Menschen: als Gegenstand der Verehrung und Anbetung, zur Ernährung, als Transportmittel. Es ist sicher eines der am meisten bewunderten, verehrten und geliebten Haustiere. Aus diesem Grund ist es besonders verwunderlich, dass die unter „zivilisierten“ Bedingungen gehaltenen Pferde nur selten ihre natürliche Lebenserwartung erreichen. Demnach müssen die gebotenen Lebensbedingungen so schlecht sein, dass die doch so geliebten Tiere frühzeitig erkranken und im besten Pferdealter sterben oder getötet ( erlöst !) werden müssen. Welch ein Widersinn!

Gewiss ist den meisten Huftierhaltern nicht bewusst, dass sie ihre Tiere alleine durch die Haltungsbedingungen ruinieren. Leider zeigt sich aber auch immer wieder, dass Menschen, die darauf hingewiesen werden, aus Trägheit oder Faulheit nichts an den Umständen zugunsten ihrer Tiere ändern!

Denjenigen Huftierhaltern, denen die Gesundheit ihrer Tiergefährten am Herzen liegt, mögen die nachfolgenden Kapitel in dieser Rubrik die Möglichkeit bieten sich neu zu orientieren und einen Weg einzuschlagen, der für das Tier eine Wende zum gesunden langen Leben bedeutet.